Employer Branding

Employer Branding in der Corona-Krise: Recruiting-Chancen für Unternehmen im Gesundheitswesen

Autor*in: Diana Basso

Mit diesem Artikel möchten wir dem aktuellen Aufruf von Persoblogger zur Blogparade #HRvsCoronaKrise folgen. Unter dem Motto: „Wie HR in der Corona-Krise das Unternehmen, den Staat und die Gesellschaft unterstützen kann“ beleuchten wir in diesem Beitrag, welche Möglichkeiten sich in Krisenzeiten für Unternehmen in Pflege und Gesundheit bieten.

Die Gesundheitsbranche ist von der Corona-Krise besonders stark betroffen und ein Ende ist derzeit nicht in Sicht. Apotheken werden zu Online-Apotheken, Ärzte stellen ihre Diagnosen über Videocalls und das Gesundheitsamt berät über Instagram und Twitter.

Unternehmen und Einrichtungen aus der Gesundheitsbranche müssen spätestens jetzt auf digitale Technologien wechseln. Auch das Recruiting ist davon betroffen. Aus einem Fachkräftemangel ist ein Fachkräftenotstand in der Gesundheitsbranche geworden.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind digitale Recruiting Maßnahmen erforderlich. Gerade im Bereich Social Media steckt derzeit viel Potential, um Employer Branding zu betreiben und Mitarbeiter zu gewinnen. Nach dem Motto #HRvsCoronaKrise der Persoblogger Blogparade möchten wir einige davon hier teilen.

Social Media als Kommunikationsplattform von Krankenhäusern

In Arztpraxen und Krankenhäusern wird zurzeit auf Hochtouren gearbeitet. Es fehlt nicht nur an Arbeitskleidung, sondern primär an Fachpersonal. Dabei erlebt die Gesundheitsbranche ohnehin schon einen Fachkräftemangel und die meisten Stellen gelten als schwierig zu besetzende Berufe. Die momentane Situation verstärkt das Problem.

Über Social Media versuchen sich Krankenhäuser und Arztpraxen nun an die Nation zu wenden: Als Teil der Aktion des Bundesministeriums für Gesundheit #WirBleibenZuhause rufen mehrere Krankenhäuser, Arztpraxen sowie das Deutsche Rote Kreuz Menschen dazu auf, zuhause zu bleiben, um die Ansteckungsgefahr durch das Coronavirus auf ein Minimum zu reduzieren.

Sie erklären wie überlastet sie sind und stellen klar, dass mehr Fachpersonal benötigt wird. Dazu werden Fotos hochgeladen, auf denen Ärzte, Krankenpfleger und Sanitäter eine wichtige Message verbreiten:

Plakate mit dem Satz “Wir bleiben für Euch da, bleibt ihr bitte für uns daheim” sind ein Appell an den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie rufen dazu auf, menschlich zu handeln, um das Virus gemeinsam zu besiegen.

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Zusammenhalt trotz Distanz

Die Reaktion auf den Hilferuf der Gesundheitsbranche sorgt für Gänsehaut. Nachdem in Italien, Spanien und Griechenland den Fachkräften der Gesundheitswesen täglich Solidaritätsbekundungen gewidmet wurden, ist die Aktion nun auch in Deutschland angekommen.

Jeden Abend um 21 Uhr machen Bewohner von Großstädten ihre Fenster und Balkontüren auf, um den Lebensrettern klatschend ihre Dankbarkeit zu erweisen.

Über Aktionen wie diese wird im Anschluss in diversen (sozialen) Medien berichtet und durch Postings große Reichweiten geschaffen. Obwohl Menschen zu Zeiten wie dieser ausschließlich über Distanz miteinander kommunizieren dürfen, kommen sich viele nun deutlich näher als zuvor – wenn auch nur virtuell.

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Jetzt ist die richtige Zeit für digitales Employer Branding

Die Gesundheitsbranche ist der Schlüssel, um das Coronavirus zu bekämpfen. Dabei ist wenigen Personalverantwortlichen bewusst, dass die Krisenzeit optimale Bedingungen für eine Entgegenwirkung des Fachkräftemangels bietet.

Arbeitnehmer müssen in zahlreichen Branchen ihren Job niederlegen und dürfen nicht mehr arbeiten. Menschen müssen vermehrt zuhause bleiben und suchen nach Beschäftigungsmöglichkeiten.

Daraus folgt: Quereinsteiger mit und ohne medizinischen Grundkenntnissen haben deutlich mehr Zeit. Auch angehende Auszubildende bangen um Ausbildungsplätze und bilden somit potentielle Kandidaten für zukünftige Fachkräfte in der Gesundheitsbranche.

Social Media bietet für die Ansprache dieser Zielgruppen die optimale Plattform. Für Unternehmen aus dem Gesundheitswesen herrschen derzeit die besten Voraussetzungen, um Bewerber zu erreichen und anschließend einzustellen.

Durch die erzwungene Freizeit sind Menschen jetzt digitaler unterwegs: Die Screenzeit hat sich rapide erhöht und das Engagement bei Social Media erreicht neue Rekorde (Quelle).

Durch Aktionen wie #WirBleibenZuhause wird die emotionale Komponente angesprochen und Menschen werden automatisch dazu bewegt, zu helfen. Studien beweisen: Das Wir-Gefühl wird gestärkt (Quelle).

Produktionsfirmen stellen auf Masken und Desinfektionsmittel Herstellung um, Nachbarschaften rücken zusammen, um der Risikogruppe zu helfen, Spenden werden gesammelt und Hilfsportale wie nebenan.de erfahren einen großen Zulauf.

Digitale Kanäle als große Chance in der aktuellen Situation

Employer Branding spielt an dieser Stelle eine sehr wichtige Rolle. Die meisten Unternehmen und Organisationen haben das Recruiting vorübergehend eingestellt – in der Hoffnung, die Krise sei in einer bis zwei Wochen vorbei.

Vor allem in der Gesundheitsbranche stellt das allerdings einen falschen Ansatz dar. Krankenhäuser und Arztpraxen sollten jetzt anfangen, Bewerber ausfindig zu machen und ihre Social Media Plattformen auf Employer Branding hin zu optimieren. Die Bewerberansprache über Instagram und Facebook sollte jetzt am effektivsten funktionieren. Dazu ist es wichtig, mit den potentiellen Kandidaten (u.a. Pflegern und Medizinern) genau dort in einen Dialog zu treten.

Dazu sollten bei Social Media Fachkräfte gezielt angesprochen werden. Anhand von Jobanzeigen oder einer weiteren Social Media Aktion bietet sich hier die Möglichkeit, mögliche Bewerber zu erreichen.

Mit #WirBrauchenDich oder #WeNeedPersonnel kann ein weiterer Aufruf gestartet werden und Social Media User dazu bringen, ihre eigene Reichweite zu nutzen, um etwas “Gutes” zu tun. Es ist denkbar, dass sich gut gestaltete Jobanzeigen dadurch viral verbreiten.

Zudem können interaktive Stories auf Instagram gezielt eingesetzt werden, um die gewünschte Zielgruppe zu erreichen. Hier kann ein Spezialist über die aktuelle Lage im Krankenhaus berichten oder das HR-Team ein “Follow-Me-Around” starten, um potentiellen Bewerbern einen Einblick in den Alltag des Jobs zu gewähren.

Podcast sind eine weitere Möglichkeit, die Aufmerksamkeit auf den Fachkräftemangel zu richten. Mit den Audioformaten kann erklärt werden, wie die momentane Situation hinsichtlich der Pandemie aussieht und wer für die Gesundheitsbranche als Bewerber in Frage kommt.

Experten wie Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité und Infektiologin Marylyn Addo des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf sind in den Medien sehr präsent und dienen als Vorbild. Im NDR-Info Podcast erzählt Drosten täglich von den Entwicklungen des Coronavirus und versucht dabei Panikmache informativ aus dem Weg zu räumen.

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Auch Marylyn Addo informiert die Bevölkerung viel über bedeutsame Fortschritte in der Impfstoffentwicklung und gewährt Einblicke in die täglichen Abläufe im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (Quelle).

Die Vorbilder der Gesundheitsbranche sollten auch mit den Werbeanzeigen in Verbindung gebracht werden. Die Strategie kann potentielle Bewerber überzeugen, Teil des Forschungsprozesses zu werden und sich in den entsprechenden Kliniken zu bewerben, um von ihren Vorbildern zu lernen.

Dazu dienen jedoch nicht nur Experten: Auch Berichte von Mitarbeitern in verschiedenen Abteilungen können einen bedeutungsvollen Eindruck hinterlassen und wirken sehr authentisch.

Recruiting im Wandel

Konventionelle Recruiting Maßnahmen haben schon vor der Corona-Krise an Wirksamkeit verloren. Die Digitalisierung sowie neue Technologien fordern Anpassungen in vielen Bereichen des Recruitings.

Der Anpassungsbedarf wird in Krisenzeiten noch sichtbarer und bietet die Chance und Notwendigkeit, aktiv etwas zu verändern. So sollte im Bewerbungsprozess (aktuell auch im Sinne der Gesundheit) auf Videointerviews umgestellt werden und Einstellungstest sollten online durchführbar sein. Digitalisierte Bewerbungsprozesse sind aber nicht das einzige, was Sie für Ihr erfolgreiches Employer Branding tun können:

Diese 8 Maßnahmen helfen Ihrem Unternehmen, sofort besseres Employer Branding zu betreiben:

  1. Jetzt die Employer Branding Hausaufgaben machen und z.B. die Werte der Organisation richtig herausarbeiten, die vor allem jetzt zum Vorschein kommen (Miteinander, Agilität etc). Buchempfehlung: Mitarbeiterbindung von Gunther Wolf

  2. Zeitnah Mitarbeiterempfehlungsprogramme einführen (z.B. Firstbird)

  3. Mitarbeiter zu positiven Reviews auf Kununu auffordern, um ein gutes Stimmungsbild des Miteinanders wiederzugeben. Gilt übrigens auch für Bewerber (inkl. der abgelehnten)

  4. Mitarbeiter auf Instagram vorstellen (Video-Inhalte wirken lange nach)

  5. Recruiting-Budgets hoch- und nicht runterfahren

  6. Gastbeiträge auf News- und Fachseiten verfassen. Hier die Hilfe von professionellen Textern in Anspruch nehmen. Hilfreich für SEO und Media-Reichweite.

  7. Einen digitalen Karrieretag veranstalten (z.B. mit Zoom)

  8. Mit Schulen kooperieren, um auf Ausbildungsprogramme aufmerksam zu machen. Jetzt stehen Krankenschwestern und Pfleger im Mittelpunkt der Öffentlichkeit.

Dieser Artikel ist als Beitrag zur Persoblogger Blogparade #HRvsCorona entstanden.

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Nils Schlomann
Personalmarketing-Experte

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